Pressespiegel zum Kiss-In

Das TAGBLATT berichtete in der Ausgabe vom 18.05.11 über den Kiss-In anlässlich des Internationalen Tags gegen Transphobie und Homophobie.

„Kiss-In am Holzmarkt
Küssen gegen Diskriminierung

Tübingen. Punkt 17 Uhr begann das Kiss-In. Anlass war der Internationale Tag gegen Transphobie und Homophobie, der auf die noch immer bestehende Diskriminierung Homosexueller und Transsexueller aufmerksam machen soll.
Artikelbild: Küssen gegen Diskriminierung

Am 17. Mai 1990 hatte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste der Krankheiten gestrichen. Die Organisatoren von den „Libertären Queerulant(inn)en“ und der Queeren Hochschulgruppe waren mit der Beteiligung zufrieden.“

Die im Artikel verwendete Schreibweise entspricht jedoch leider nicht der unsrigen, wir distanzieren uns ausdrücklich davon und begrüßen den Leser_innenbrief von Manuel A.:

Im Artikel wurde die organisierende Gruppe fälschlicherweise als „Libertäre Queerulant(inn)en“ bezeichnet. Die Gruppe jedoch trägt den Namen „Libertäre Que(e)rulant*innen“ und verwendet explizit eine erweiterte Form des „Gender_Gap“s, das „Gender-Sternchen“, um darauf aufmerksam zu machen, dass noch weitaus mehr Geschlechtsidentitäten außerhalb der hegemonialen Dichotomie Mann – Frau existieren.

Der Gender_Gap ist ein sprachliches Mittel zur Verdeutlichung, dass zwischen Mann und Frau noch andere Geschlechter existieren, während Schreibweisen wie Binnen-I oder das von der TAGBLATT-Redaktion bevorzugte „(inn)en“ auf Geschlechterdualität bestehen und implizit andere Identitäten wie Transgender, Intersexuelle oder Transsexuelle negieren. Auch dies ist eine alltägliche Diskriminierung, von der unter anderem die Menschen betroffen sind, über die im TAGBLATT-Artikel berichtet wird. Küssen gegen Diskriminierung – auch gegen sprachliche!

Darum bitte ich die TAGBLATT-Redaktion, Ihre Schreibweise hinsichtlich dieser Problematik zu überdenken und mit der Übernahme des Gender_Gaps einen vorbildlichen Schritt in Richtung diskriminierungsfreier Formulierung zu wagen. Das viel zitierte Argument, dies verschlechtere zum Beispiel den Lesefluss, kann ich schon vorausgreifend damit entkräften, dass der Lesefluss durch Klammer(setz)ung wohl eher stutzt als durch einen überlesbaren Unter_strich. (. . .)

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